Broschüre: Basispflege und Therapie bei Neurodermitis

Mit dieser Broschüre möchten wir Ihnen kurz die Hintergründe Ihrer Erkrankung erläutern und aufzeigen, mit welchen Therapien und aktuellen Behandlungsstrategien sich der Hautzustand langfristig verbessern und Ekzemschübe wirkungsvoll verzögern und abschwächen lassen.


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Behandlungskonzept

  Weitere, begleitende Therapien

Das A und O einer jeden Neurodermitistherapie ist die regelmäßige Basistherapie mit Hautpflegemitteln, die zur Linderung und Vorbeugung von Krankheitsschüben durch eine antientzündliche, proaktive Therapie ergänzt wird. Zusätzlich haben sich verschiedene nichtmedikamentöse Therapien bewährt. Sie tragen dazu bei, den Hautzustand zu verbessern, das Immunsystem zu stärken und die Symptome der Neurodermitis zu lindern.

    Besonders wirksam ist die Klimabehandlung an der See oder im Hochgebirge in den kälteren Monaten des Jahres, im Herbst, Winter und im Frühjahr.

  • Klimatherapie

    Stationäre Rehabilitationsmaßnahmen in Reizklimazonen – z. B. an Nord- oder Ostsee oder in über 1 500 Metern Höhe im Hochgebirge – haben häufig einen langanhaltenden positiven Effekt auf den Gesundheitszustand des Patienten. Besonders die Kombination aus allergenarmer, kühler Luft und UV-Strahlung sorgt für eine Abhärtung des Organismus, regt die Durchblutung an, aktiviert den Stoffwechsel, verbessert das Hautbild und stärkt das Immunsystem.

  • UV-Bestrahlung

    Sonne in Maßen oder eine gezielte Bestrahlung mit UV-Licht kann sich wohltuend auf die strapazierte Haut auswirken. Die Lichttherapien werden oftmals in Kombination mit Salben- oder Solebädern angewandt. Diese Behandlung fördert die Regeneration der Haut und stabilisiert die Hautbarriere. Bei lichtempfindlichen Patienten ist eine UV-Behandlung wegen des erhöhten Hautkrebsrisikos jedoch nur begrenzt einsetzbar.

  • Psychotherapeutische Begleitung

    Bei der Krankheitsbewältigung und auch, um stressbedingten Krankheitsschüben vorzubeugen, ist für viele Patienten eine psychotherapeutische Begleitung, die u. a. Verhaltenstraining und Entspannungstechniken beinhaltet, sinnvoll.

  • Neurodermitisschulungen

    Familien mit chronisch kranken Kindern brauchen fachkundige Unterstützung. Neurodermitischu-lungen bieten eine wichtige Hilfe-stellung für den Umgang mit der Krankheitssituation.

    Patienten mit Neurodermitis, bei jüngeren Kindern deren Eltern, wird die Teilnahme an einer Neurodermitisschulung empfohlen. Diese Schulungen fördern den eigenverantwortlichen Umgang mit der Erkrankung. Sie können deutlich dazu beitragen, den Alltag der Betroffenen und ihrer Familien zu erleichtern und verbessern damit ihre Lebensqualität.

    Bundesweit werden spezielle Schulungsprogramme angeboten, die von der Arbeitsgemeinschaft Neurodermitisschulung e. V. (AGNES) sowie der Arbeitsgemeinschaft Neurodermitisschulung für Erwachsene (ARNE) erarbeitet wurden. Dabei vermitteln Experten aus unterschiedlichen Fachrichtungen Kenntnisse über Auslöser und Vermeidungsstrategien, geben praktische Tipps zur Hautpflege und zur Linderung des Juckreizes sowie Hinweise und Anregungen, um vielen weiteren krankheitsbedingten Problemen im Alltag zu begegnen. Im Regelfall werden die Kosten für die Schulung auf Antrag von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie bei Ihrem Dermatologen.

Wesentliche Inhalte der Neurodermitisschulung

  • Medizinische Informationen
  • Informationen über mögliche Auslöser und deren Vermeidung
  • Informationen zur stadiengerechten Hautbehandlung sowie Einübung und Transfer in den Alltag (z. B. Eincremeverfahren)
  • Einblick in und Erproben von Entspannungsverfahren (z. B. progressive Muskelentspannung, Fantasiereisen, autogenes Training)
  • Erarbeiten und Erproben von Strategien im Umgang mit psychosozialen Belastungen von Kindern und Eltern
  • Möglichkeit zur Besprechung familiärer Belastungen, die im Zusammenhang mit der Erkrankung stehen
  • Tipps zum Umgang mit Juckreiz und Erarbeiten von Kratzalternativen
  • Informationen über Ernährung und Hinweise auf Nahrungsmittelallergien

Weitere Informationen zu den Schulungsprogrammen sowie eine Übersicht mit Schulungszentren und Ansprechpartnern in Ihrer Nähe finden Sie im Internet unter www.neurodermitisschulung.de.