Broschüre: Basispflege und Therapie bei Neurodermitis

Mit dieser Broschüre möchten wir Ihnen kurz die Hintergründe Ihrer Erkrankung erläutern und aufzeigen, mit welchen Therapien und aktuellen Behandlungsstrategien sich der Hautzustand langfristig verbessern und Ekzemschübe wirkungsvoll verzögern und abschwächen lassen.


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Behandlungskonzept

  Antientzündliche Therapie (Stufe 2 bis 4)

Bei einem akuten Krankheitsschub sollte der Hautarzt aufgesucht werden. Er wird gegebenenfalls antientzündliche und juckreizlindernde Medikamente verordnen und deren Anwendung genau erklären.

Eine antientzündliche Therapie wird vom Arzt eingeleitet, wenn sich das Hautbild verschlechtert und sich Ekzeme auf der Haut zeigen. Für eine topische Therapie stehen verschiedene Wirkstoffe zur Verfügung, durch die die akuten Entzündungszeichen sowie der Juckreiz gelindert werden können. Die Wahl des Wirkstoffes richtet sich nach dem akuten Hautzustand sowie der Fläche und Region der betroffenen Haut.

  • Topische Glukokortikoide

    Glukokortikoide haben eine stark entzündungshemmende Wirkung. In der topischen Therapie entzündlicher Hauterkrankungen werden sowohl natürliche Glukokortikoide wie Cortisol (bezeichnet auch als Hydrocortison) als auch chemisch hergestellte Wirkstoffe unterschiedlicher Wirkstärke eingesetzt. Die Stärke der Glukokortikoide teilt man in Deutschland in 4 Klassen ein, wobei Klasse 1 die mildeste und Klasse 4 die höchste Wirkstärke hat.

    Die Haut von Säuglingen und kleinen Kindern ist sehr viel durchlässiger als die Haut von Erwachsenen. Daher muss man hier eher mit Nebenwirkungen rechnen. Grundsätzlich gilt: Kortison
    Die entzündungshemmende Substanz ist chemisch verwandt mit dem körpereigenen Nebennierenrindenhormon Kortisol, das wichtige Funktionen beim Stoffwechsel und bei der Immunabwehr übernimmt. Kortison ist in der Lage, rasch einen akuten Krankheitsschub zu unterdrücken.
    Kortison
    bei Kindern ja – aber der Arzt wird den Einsatz genau abwägen und Einnahmevorschriften geben, an die sich die Eltern genau halten müssen.

    In der Akutphase der Neurodermitis werden die Salben täglich auf die entzündete Hautpartie aufgetragen. Klingen Entzündungszeichen und Juckreiz ab, darf die Therapie nicht abrupt abgebrochen werden, sondern die Häufigkeit der Anwendung wird schrittweise reduziert. Man bezeichnet dies als ausschleichende Therapie. Ansonsten könnte es zu einem raschen Wiederaufflammen der Entzündung kommen. Um die Entzündungszellen dauerhaft zu verdrängen und so dem Entstehen neuer Schübe vorzubeugen, werden antientzündliche topische Therapien immer häufiger auch nach dem Prinzip der proaktiven Therapie eingesetzt. Das bedeutet, das Präparat wird auch bei äußerlich erscheinungsfreiem Hautbild über einen längeren Zeitraum weiterhin ein- bis zweimal wöchentlich aufgetragen.